Nochmal Glück gehabt

Deutsch – EspañolEnglish

Wir sind gerade mal den ersten Tag Richtung Süden unterwegs, da passiert uns ein grober Fehler: Wir tanken – vorsichtshalber – noch einmal nach, bevor wir über eine anspruchsvolle Piste von der Hauptstrecke Richtung Baga Gazarin Chuluu abbiegen. Das ist eine exponierte felsige Region, in der ein verlassenes Kloster liegt. Horst und Helga, die schon einen Tag vor uns Ulan Bator abgereist sind, erwarten uns dort.

Natürlich tanken wir Diesel, weil wir ja ausdrücklich einen Diesel bestellt haben und kommen gar nicht auf den Gedanken, dass unser russischer UAZ Patriot etwas anderes benötigen könnte. Werner sitzt am Steuern und merkt schon bald, dass der Motor nicht so rund läuft wie bisher. Trotzdem fahren wir weiter. Wird schon klappen.

Die Piste ist vor allem auf dem letzten Stück extrem ruppig. Hier ein paar Aufnahmen aus dem Mog:

Wir selbst sind so auf die Herausforderungen der Strecke konzentriert, dass wir nicht ans Filmen denken.

Als wir schließlich bei den Felsen ankommen, wo uns Horst und Helga freudig empfangen, ist uns klar, dass irgendetwas nicht mit dem Motor stimmt. Ziemlich unangenehm, denn wir sind jetzt weit von der Hauptstrecke entfernt. Wahrscheinlich – so denken wir – hat man uns an der letzten Tankstelle verunreinigtes Diesel verkauft und jetzt müssen wir irgendwie über die schwierige Piste dorthin zurück, um „gutes“ Diesel zu kaufen und unseren Tank zu füllen.

Noch immer ahnen wir nicht, dass unser Motorproblem nichts mit der Dieselqualität zu tun hat, sondern mit dem falschen Treibstoff und verbringen Helga und Horst einen schönen Abend am Lagerfeuer:

20190618_213424

Nachts kann ich wegen unserer technischen Probleme nicht gut schlafen und denke immer wieder drüber nach, ob unser Motor wirklich nur deswegen so heftig muckt, weil er zwanzig Liter schlechtes Diesel bekommen hat. Da wir ja noch doppelt soviel Diesel im Tank hatten, kommt mir das irgendwie nicht sehr überzeugend vor. Was, wenn ein viel schlimmeres Problem vorliegt, wenn das Auto ein Benziner ist?

Am nächsten Morgen schauen wir im Tankdeckel nach, versuchen die mongolische Betriebsanleitung zu lesen und sind schließlich sicher: Wir haben unseren Benziner mit Diesel betankt. Eine mittlere Katastrophe. Guter Rat ist teuer. Es scheint nur eine realistische Lösung zu geben, nämlich den Tank komplett zu leeren und mit Benzin zu füllen. Wir hoffen, dass das irgendwie zu schaffen ist und der Motor noch keinen größeren Schaden erlitten hat

Als erstes machen sich Horst und Werner im Mog auf die beschwerliche Fahrt, um Benzin und einen Schlauch zu besorgen. Nach ein paar Stunden sind sie zurück. Kurz danach kommen andere Traveller nach, die wir schon aus Ulan Bator kennen. Sie haben in der Nähe übernachtet und von Horst und Werner von unserem Pech gehört. Ohne die Hilfe von Janine und Tobias (die wie gelernte Mechaniker an die Sache gehen) sowie Lutz (der alles Werkzeug dabei hat) und seiner Connie, die immer für gute Laune sorgt, wären wir wohl kläglich gescheitert.

Dann beginnt der Versuch, den Tank vom restlichen Treibstoffgemisch zu befreien. Das ist leichter gesagt als getan und dauert Stunden: Der Schlauch, den Horst und Werner mitgebracht haben, passt nicht in den Tankstutzen. Ein dünnerer Schlauch, den Lutz dabei hat, reicht nicht weit genug in den Tank, weil die Tankleitung zu stark gekrümmt ist. Von unten kommen wir nicht an den Tank, weil er von einem Bodenblech geschützt wird. Es bleibt kein anderer Weg, als dieses Blech komplett abzumontieren. Dann endlich können wir die freigelegte Tankleitung abklemmen und unseren Schlauch direkt in den Tank einführen. Als endlich das restliche Treibstoffgemisch aus dem Tank in den bereitgestellten Kanister abfließt, sind wir sehr erleichtert.

Nachdem der Tank mit Benzin gefüllt ist, schieben wir ihn über die leicht geneigte Wiesenfläche an und hoffen alle, dass er anspringt. Horst sitzt am Steuer und wir verfolgen mit gebanntem Blick den langsam rollenden und hustenden Patriot, der einfach nicht anspringen will. Als wir alle schon fast aufgegeben haben, hören wir plötzlich das typische Geräusch von ein, zwei, drei Zündungen und – tatsächlich – der Motor läuft und fährt plötzlich wieder aus eigener Kraft.

Was für ein Glück!

Español

Otra vez afortunado

Nos dirigimos desde Ulan Bator hacia el sur el primer día, cuando cometemos un gran error: repostamos, como medida de precaución, nuevamente, antes de desviarnos en una pista difícil desde la línea principal hasta Baga Gazarin Chuluu. Esta es una región rocosa expuesta con un monasterio abandonado. Horst y Helga, que dejaron a Ulan Bator un día antes que nosotros, nos están esperando allí.

Por supuesto, repostamos diesel, porque hemos pedido un diesel con la compania de autos alquilados y ni siquiera pensamos que nuestro UAZ Patriot de Russia podría necesitar algo diferente. Werner está detrás del volante y pronto se da cuenta de que el motor no está funcionando tan bien como antes. Sin embargo, seguimos. Trabajará, – pensamos.

La pista es extremadamente áspera, especialmente en la última parte. Aquí hay algunas tomas desde el Mog:

Nosotros estamos tan concentrados en los desafíos de la pista que no pensamos en filmar.

Cuando finalmente llegamos a las rocas, donde Horst y Helga nos saludan alegremente, nos damos cuenta de que algo está mal con el motor. Bastante incómodo, porque ahora estamos lejos de la línea principal, donde podríamos conseguir ayuda. Probablemente, así pensamos, nos vendieron diesel contaminado en la última gasolinera.

Todavía no entendemos que nuestro problema con el motor no tiene que ver nada con la calidad de diesel pero con el combustible incorrecto que hemos echado. Y así pasamos una agradable velada con Horst y Helga alrededor de una fogata:

20190618_213424

Por la noche no puedo dormir bien debido a nuestros problemas técnicos y pienso en ello una y otra vez. Me pregunto si puede ser, que nuestro motor realmente tiene tantos problemas, solo porque echamos veinte litros de diesel defectuoso, ya que teníamos el doble de petróleo todavía en el tanque. Eso no me parece muy convincente. ¿Qué pasa si existe un problema mucho peor, si el automóvil es un motor de gasolina? A la mañana siguiente, buscamos en la tapa de la gasolina, tratamos de leer las instrucciones en idioma Mongolia y finalmente estamos seguros: Hemos alimentado nuestro tanque de gasolina con diesel. Un desastre malo. Un buen consejo es caro. Parece que solo hay una solución realista, vaciar completamente el tanque y llenarlo con gasolina. Esperamos que esto sea posible de una u otra manera y que el motor no haya sufrido todavía ningún daño importante.

Primero, Horst y Werner hacen el difícil viaje en el Mog para conseguir gasolina y una manguera para sacar el combustible, que queda en el tanque. Después de unas horas están de vuelta. Poco después, otros viajeros vienen, ya lo sabemos por Ulan Bator. Se quedaron cerca y escucharon de Horst y Werner sobre nuestra mala suerte.

Sin la ayuda de Janine y Tobias (que son mecánicos capacitados) y Lutz (que tiene todas las herramientas con él) y su Connie, que siempre está de buen humor, probablemente hubiéramos fracasado estrepitosamente. Luego comienza el intento de deshacerse del tanque de la mezcla de combustible restante. Esto es más fácil decirlo que hacerlo y lleva horas: la manguera que trajeron Horst y Werner no encaja en el cuello de llenado. Una manguera más delgada que Lutz tiene con él no llega lo suficiente al tanque porque la línea del tanque es demasiado curva. Desde abajo, no llegamos al tanque porque está protegido por un panel de metal. No hay otra manera que desmantelar esta hoja completamente. Entonces, finalmente, podemos desconectar la línea del tanque expuesta e insertar nuestra manguera directamente en el tanque. Cuando finalmente la mezcla de combustible restante del tanque fluye hacia el recipiente, estamos muy aliviados.

Una vez que el tanque está lleno de gasolina, empujamos el auto sobre el área del prado ligeramente inclinada y esperamos que arranque el motor. Horst está detrás del volante y estamos observando al Patriot, que está rodando lentamente y tosiendo, pero simplemente no quiere arrancar. Cuando casi todos nos hemos rendido, de repente escuchamos el ruido típico de uno, dos, tres encendidos y, de hecho, el motor está en marcha y de repente vuelve a funcionar por sí solo.

Que suerte

English

Again lucky

We are just heading south from Ulan Bator for the first day, when we make a big mistake: we refuel – as a precaution – again, before we turn off on a challenging track from the main line to Baga Gazarin Chuluu. This is an exposed rocky region with an abandoned monastery. Horst and Helga, who left Ulan Bator one day before us, are waiting for us there.

Of course we refuel diesel, because we have ordered a diesel and do not even think that our Russian UAZ Patriot could need anything else. Werner sits at the steering wheel and soon realizes that the engine is not running as smoothly as before. Nevertheless, we continue. It will work, we think.

The track is extremely rough, especially on the last part. Here are some pictures taken from the Mog:

We ourselves are so focused on the challenges of the track that we do not even think of filming our ride. When we finally arrive at the rocks, where Horst and Helga greet us joyfully, we realize that something is wrong with the engine. Pretty uncomfortable, because we are now far away from the main road. Probably – so we think – we were sold contaminated diesel at the last gas station and now we don’t know how to get back to the main road on the difficult track in order to get „good“ diesel and fill our tank.

We still do not understand that our engine problem has nothing to do with the diesel quality, but with the wrong fuel we filled in at the last gas station. And so we spend a nice evening around the campfire with Horst and Helga:

20190618_213424

But during the night I can not sleep well because of our technical problems and think about it over and over again. Is it really possible that our engine reacts so violently, only because we refueled it with twenty liters of “bad” diesel. Since we had twice as much “good” fuel in the tank, that does not seem to me very convincing. What if a much worse problem exists, if the car has a gasoline engine? The next morning we look in the gas cap, try to read the Mongolian instructions and are finally sure: We have fueled our car with diesel. A mean disaster. Good advice is expensive. There seems to be only one realistic solution, namely to completely empty the tank and fill it with petrol. We hope that this is somehow possible and the engine has not suffered any major damage.

First, Horst and Werner set off on the difficult journey in the Mog to get petrol and a hose. After a few hours they are back. Shortly thereafter, other travelers come, who we already know from Ulan Bator. They stayed overnight nearby and heard from Horst and Werner about our bad luck.

Without the help of Janine and Tobias (who worked like trained mechanics) and Lutz (who had all the necessary tools with him) and his Connie, who is always in a good mood, we would probably have failed miserably.

Then begins the attempt to rid the tank of the remaining fuel mixture. This is easier said than done and takes hours: The hose that Horst and Werner brought with them does not fit into the filler neck. A thinner hose that Lutz has with him does not reach far enough into the tank because the tank line is too curved. From below, we do not reach the tank because it is protected by a floor panel. There is no other way than to dismantle this sheet completely. Then finally we can disconnect the exposed tank line and insert our hose directly into the tank. When finally the remaining fuel mixture from the tank flows into the canister, we are very relieved.

After the tank is filled with gasoline, we push it over the slightly sloping meadow area and everyone hopes that he starts. Horst is behind the wheel and we are watching the slowly rolling and coughing Patriot, who simply does not want to start. When we’ve all almost given up, we suddenly hear the typical noise of one, two, three ignitions and – in fact – the engine is running again and suddenly back on its own.

What luck!

 

 

 

Werbeanzeigen