Das war knapp

Auf dem Weg von New Haven nach New York schickt uns das Navi auf eine Umleitung, um einen Stau zu umfahren.

Kaum sind wir auf dem Hutchinson Parkway, stoppt uns ein Streifenwagen. Unsere erste Begegnung mit der „Staatsgewalt“.
Ein freundlicher junger „State Trooper“ will meine Papiere sehen: die deutsche Zulassung, deutschen und internationalen Führerschein. Nach einer Überprüfung der Papiere in seinem Streifenwagen, erkundigt er sich genau nach unseren Reiseplänen. Und findet die ziemlich „cool“. Ausweis und Versicherung muss ich nicht vorweisen.

Dann erkundigt er sich  sehr genau nach dem zugelassenen Gesamtgewicht und den zulässigen Achslasten. Ich muss ihm sogar die entsprechende Plakette an unserem HYMER B 504 zeigen und die metrischen Maße ungefähr in amerikanische, sogenannte „short tons“ umrechnen (rein zufällig hatte ich das ein paar Tage zuvor schon einmal zur eigenen Information gemacht). Er hört aufmerksam zu und nickt anerkennend, als ich ihm erkläre, dass der Wagen zwar kurz und klein sei (vor allem im Vergleich zu amerikanischen Modellen), aber eben doch insgesamt für rund 4 short tons zugelassen sei. Das und die Plakette mit den Daten scheint ihn zu überzeugen.

Dann erklärt er mir, warum er uns eigentlich gestoppt hat:

Auf diesem Parkway sind „commercial vehicles“ verboten. Ich hatte das Schild zwar gesehen, aber unser Wohnmobil nicht als „commercial vehicle“ betrachtet. Der Polizist zeigt Verständnis, erklärt mir aber, es gehe dabei nicht um den Zweck des Autos (z.B. Waren zuzustellen), sondern um die Maße, denn – und jetzt kommt, wofür wir ihm sehr dankbar sind – die dazugehörige Erklärung:

Auf den Parkways sind viele Brücken, unter denen man durchfährt, sehr niedrig. Deswegen sind hier nur PKWs zugelassen. Er empfiehlt uns dringend, bei der nächsten Ausfahrt den Parkway zu verlassen, um nicht bei der nächsten Brücke hängen zu bleiben. – Von einer  Verwarnung oder gar Geldbuße sieht er ab und wünscht uns eine gute Fahrt.

Das Beste kommt noch: Mit Mühe finden wir zurück auf den Highway, denn unser Navi will uns mit Gewalt auf den Parkway zurückführen. Schließlich schaffen wir es und fahren beruhigt auf der I 95 weiter Richtung New York.

Bildschirmfoto 2015-11-10 um 13.46.19

Irgendwann passe ich nicht auf und lande wieder auf einer Umleitung. Und schon nach ein paar Meilen kommt die erste niedrige Brücke auf uns zu. Wir halten die Luft an: 10″ – 11″ sind angezeigt. Nach meiner Rechnung müssten wir bei 11″ noch durchkommen.- Es geht gut. – Nach einiger Zeit kommt die nächste Brücke auf uns zu. Ich fahre in der rechten Spur und erkenne erst kurz vor der Brücke die Angabe: 9,2″: Das ist eindeutig zu wenig. Notgedrungen ziehe ich im letzten Augenblick in die Mitte der Straße, schneide anderen den Weg ab und – ja, rutsche ohne Kratzer unter der Brücke durch. In der Mitte war der Bogen der Brücke wohl gerade noch hoch genug um uns durchzulassen.

Das war knapp!

JW

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Ein Gedanke zu „Das war knapp“

  1. Jürgen, das ist sehr spannend, wie Du als gut informierter „Germane“ solche Situationen meistern und lösen kannst … dieser „State Trooper“ hat Deine Kenntnisse wahrgenommen und sicher auch geschätzt – und dies vor allem auch Deine liebe Begleiterin Clemen ….

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