Ein Spaziergang durch Key West

O.K., Key West ist ein „Muss“, wenn man schon auf den Keys ist. Und so machten wir uns auf die lange Fahrt zur Südspitze der Inselkette.

Dort erwartete uns eine relativ kleine Stadt, die eigentlich einen etwas verschlafenen Eindruck machte. Aber vielleicht lag das auch nur an der Jahreszeit – kurz vor Weihnachten – oder an dem Stadtteil, den wir uns ausgesucht hatten.

Es war ein „alternativ“ wirkendes Viertel mit älteren Häusern, einem großen Friedhof, kleinen Geschäften und viel tropischem Grün. Uns gefiel es dort sehr gut:

Ja, und dann ist da natürlich auch noch das Hemingway Haus und Museum. Wer will, kann gerne mal einen Blick hineinwerfen:

JW

 

 

 

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Supermarkt-Hähnchen

Wer auf dem langen Weg nach Key-West einmal Lust auf ein richtig knuspriges Supermarkt-Hähnchen hat, sollte sich vielleicht einmal auf dem Parkplatz davor umschauen:

Die Hähnchen von Key West haben Tradition: In den dreißiger Jahren verbot die Stadt als letzte in den USA den Hahnenkampf. Und da niemand wusste, was man mit den Hähnen machen sollte, entließ man sie in die Freiheit. Gleichzeitig wurde die Region zu einem Vogelschutzgebiet erklärt. Das rettete die frei lebenden Hähne vor dem Schlachter und seitdem wird Key West von etlichen munter krähenden Federtieren bevölkert.

Da zum Fortbestand der Hähnchen auch die Hühner gehören, vermute ich mal, dass es auch frei lebende Hennen gibt. – Aber die haben wir nirgends gesehen.

JW

Wie im Flug

Bevor die US 1 Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut wurde, waren die Keys ganz sicher ein wunderschönes Paradies mit einer unberührten Natur. Auch heute gibt es noch eine ganze Reihe von State Parks, in denen Reste dieser Insel-Welt zwischen dem Atlantik und dem Golf von Mexiko bewahrt werden. Sie vermitteln einen Eindruck von der Schönheit und der Artenvielfalt, die diesen Teil der Welt einmal ausmachten.

Heute ist die US 1 natürlich nicht mehr wegzudenken. Sie ist die Lebensader der Keys und hat erst den Massentourismus ermöglicht, der Florida zu einer der bevorzugten Ferien- und Tourismus-Regionen in den USA gemacht hat.  US 1 verbindet 40 Inseln und ist rund 200 km lang.

Auch wenn uns streckenweise das schlechte Gewissen des Umweltbewusstseins geplagt hat: Es ist einfach ein tolles Erlebnis, über den Overseas Highway zu rauschen, den warmen Fahrtwind zu spüren und (als Beifahrer) den Blick über die beiden Meere schweifen zu lassen:

JW

 

 

In the Everglades

Eigentlich wollen wir diesmal gar nicht in die Everglades. Aber durch den Süden Floridas zu fahren und nicht die Everglades besuchen, das passt auch nicht zusammen.

Also sind wir reingefahren. Und es hat sich gelohnt. Die Everglades sind eine einmalige Sumpflandschaft mit einer beeindruckenden Pflanzen- und Tierwelt.

Die Fauna kann man eigentlich immer bewundern. Bei der Fauna klappt es manchmal nicht so gut.

Das hängt vom Regen ab, von der Jahreszeit, vom „Jagdglück“ und von der Zeit, die man mitbringt, Zeit hätten wir genug gehabt, Glück hatten wir weniger und vor allem hat das Wetter nicht  mitgespielt.

In diesem Jahr hat es im Winter wohl besonders viel geregnet. Und die Everglades waren voll mit Wasser. Das hat die Moskitos gefreut, die sich besonders heftig vermehrt haben, und auch die anderen Tiere, die es hier geben soll. Aber weil es überall Wasser gibt, haben die es nicht nötig, sich in den Gebieten herumzutreiben, in denen die Menschen unterwegs sind und die Moskitos brauchen nicht auszuschwärmen, die haben ja die Touristen in Flugweite.

Also, ich muss das jetzt die Konsequenzen nicht weiter erklären. Und natürlich war es  ein Erlebnis, das sich gelohnt hat:

Iguanas zum Frühstück

Tiere gibt es in Florida reichlich. Leider oft nur als „road kill“ auf den Highways, manchmal in den zahlreichen State- und Nationalparks (wenn man Glück hat und das Wetter passt), gelegentlich auch auf dem Campingplatz oder auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt (dazu mehr im nächsten Post).

In der Nähe von Marathon, auf halbem Weg nach Key West,  gab es jedenfalls „Iguanas zum Frühstück“:

 

 

 

Abendstimmung – Big Cypress National Preserve

Auf dem Weg zu den Everglades im Süden von Florida haben wir eine Nacht im Big Cypress National Preserve Station gemacht.

Sobald die Nacht begann, wurden wir von einem Heer von Moskitos und kleinen Stechmücken heimgesucht; die kleinen „gnats“, wie sie auf Englisch heißen, konnten auch unsere Moskitonetze mühelos durchdringen und bescherten uns eine mehr als unruhige Nacht.

Dafür wurden wir durch eine wunderbare Abendstimmung entschädigt: